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NEUBAU KITA BRESLAUERSTR. 89
Nicht offener Realisierungswettbewerb. Böblingen. 2018

Wenn von pädagogischen Konzepten und Baukunst die Rede ist, kommen einem zahlreiche Bilder in den Sinn, die eine reiche Kulturtradition einer intensiven zeitgenössischen Auseinandersetzung mit für ihrer Zeit fortgeschrittenen Stellungsnahmen bezeugen.


Der Neubau einer Kindertagesstätte bietet eine Möglichkeit an, mit derselben zukunftsorientierten Einstellung die Suche nach Lösungen für das Zusammentreffen beider Disziplinen anzugehen. Heute bedeutet das, eine Struktur herauszuarbeiten, die die notwendige räumliche Abstraktion darbietet, um wandelnde Raumkonstellationen beherbergen zu können. Hierin sollen sich nachhaltig neue pädagogische und Erziehungskonzepte entfalten und prüfen lassen. 


Geschützt werden sie dann von einer Außenhülle aus Holz, also einem Material und einer Textur, die zwar der Tradition angehören aber durch einen zeitgenössischen Einsatz ein der Zukunft ausgerichtetes Bild vermitteln.

Zum städtebaulichen und freiräumlichen Konzept:


Die Platzierung des Gebäudes wird den städtebaulichen und umwelttechnischen Anforderungen sowie dem freiräumlichen Nutzungsbedarf gerecht. Es wird die resultierende versiegelte Fläche zu einem Minimum reduziert und dabei die maximale Fläche freigelassen. Wie später erläutert, übt die Orientierung des Hauptgebäudes eine Teilung der resultierenden Freifläche in Nord- und Südgarten aus, die dank der Gestaltung des Erdgeschosses jeweils als Sommer- bzw. Wintergarten genutzt werden können. Richtung Süden „empfängt“ die neue Kita das maßstäblich ungefasste Grün und “zähmt” es, indem es eine Art Innenhof mit hohem Nutzungspotential erzeugt. Gerade für sich im Wachstum befindenden Kinder ist ihre Entwicklung in Beziehung zum Außenraum von großer Bedeutung.


Zum Architektonischen Konzept und die Gestaltung des Innenraums:


Wir vertreten eine Demokratisierung der Nutzungsmöglichkeiten der Innenräume, in der der Nutzer im Mittelpunkt steht. Es handelt sich um eine Architektur, deren innerräumlichen Abstraktion im ersten Moment einen Nutzungsaustausch mitmacht, weiterhin sogar Umänderungen nicht nur ermöglicht sondern auch fordert, um dem Nutzer die Möglichkeiten darzubieten, Potentiale der Raumkonstellation zu erforschen und zu entdecken. So kann z.B. eine Verkehrsfläche zu einem Essraum umgenutzt werden, ein Schlafraum zeit- und nutzungsbedingt als raumbildender Schrank konzipiert sein oder gar zwei Aufenthaltsräume der Krippe in einen einheitlichen Kita-Raum umgebaut werden.


Ein abstrakter Grundriss weist enorme Entwicklungspotentiale auf, da es auf wandelnde Nutzungsanforderungen reaktionsfähig ist. Das heißt „nachhaltiges Bauen“, weil die Langlebigkeit des Gebäudes durch hohe Adaptationskapazität versichert ist.